Die 9 häufigsten Mythen zu Hämorrhoiden
Wenn ein Thema so tabuisiert ist wie Hämorrhoidal-Beschwerden es bislang waren, öffnet dies Tür und Tor für Gerüchte, Mythen und Irrtümer. Einige von ihnen halten sich hartnäckig - Zeit, sie aufzuklären.Mythos 1:
Hämorrhoidal-Beschwerden sind das Ergebnis mangelnder Hygiene.
Falsch! Richtig ist: Wer bereits erkrankt ist, muss besonders auf extrem sorgfältige Analhygiene achten. Und auch zur Vorbeugung ist sie wichtig. Das heißt aber nicht, dass Menschen mit Hämorrhoidal-Beschwerden unsauber oder nachlässig in ihrer Hygiene sind. Die Ursachen sind vielfältig und haben vor allem mit falscher Ernährung und ungünstigem Stuhlverhalten zu tun - Phänomenen unserer hektischen Zeit.
Mythos 2:
Hämorrhoidal-Beschwerden sind selten.
Das Gegenteil ist der Fall. Hämorrhoidal-Beschwerden gehören zu den am weitesten verbreiteten Volksleiden - jeder 3. Erwachsene ist von Zeit zu Zeit davon betroffen!
Mythos 3:
Es ist einfach Pech, wenn man Hämorrhoidal-Beschwerden bekommt.
Nicht ganz. Man kann auch etwas dafür tun, um solche Beschwerden zu vermeiden. Natürlich heißt das nicht, dass Sie "selbst Schuld" an Ihrem Leiden sind – eine gewisse Veranlagung spielt z.B. auch eine Rolle. Über mögliche Ursachen von Hämorrhoidal-Beschwerden informieren wir Sie hier.
Mythos 4:
Hämorrhoidal-Beschwerden sind eine Alte-Leute-Krankheit.
Falsch. Zwar liegt der Anteil der über 50-jährigen Patienten etwas höher, aber auch junge Menschen sind häufig von Hämorrhoidal- und Enddarmerkrankungen betroffen. Vor allem diejenigen, die mehrere Risikofaktoren aufweisen, sind besonders anfällig. Beispielsweise können Übergewicht, mangelnde Bewegung und ballaststoffarme Ernährung auch bei jungen Menschen zu Problemen mit Hämorrhoiden führen.
Mythos 5:
Nur Männer sind von Hämorrhoidal-Beschwerden betroffen.
Auch diese Annahme trifft nicht zu. Frauen sind genau so oft betroffen wie Männer. Eine Schwangerschaft begünstigt beispielsweise Hämorrhoidal-Beschwerden, denn in dieser Zeit sind Bindegewebe und Blutgefäße besonders stark belastet – durch schnelle Gewichtszunahme, Wassereinlagerung im Gewebe und die zunehmende Unbeweglichkeit. Durch die wachsende Gebärmutter können zudem Blutstauungen in den Enddarm-Gefäßen entstehen. Die Folge: verlangsamte Darmtätigkeit und Verstopfung.
Mythos 6:
Hämorrhoidal-Beschwerden erkennt man immer an Blut im Stuhl.
Auch falsch. Hellrotes auf dem Stuhl aufgelagertes Blut kann ein Zeichen für eine Hämorrhoidal-Erkrankung sein, ebenso wie Blutspuren am Toilettenpapier. Keinesfalls ist aber immer Blut im Spiel. Blut im Stuhl kann zudem auch ein Zeichen für eine andere Darmerkrankung oder ein Magenleiden sein.
Mythos 7:
Wer Abführmittel nimmt, leidet seltener unter Hämorrhoidal-Beschwerden.
Im Gegenteil. Abführmittel können zwar kurzfristig gegen Verstopfung und harten Stuhl wirken. Wenn die Verdauung jedoch dauerhaft künstlich reguliert wird, kann dies die natürliche Funktion des Enddarms stören, der Darm wird auf Dauer träge, die Schließmuskel erschlaffen.
Mythos 8:
Hausmittel helfen auch.
Auch wenn sich der Umgang mit Hämorrhoidal-Beschwerden langsam entspannt, experimentieren viele Betroffene aus Scham lieber erst einmal mit Hausmitteln oder Kosmetika, anstatt sich einem Arzt oder Apotheker anzuvertrauen und so professionelle Hilfe zu bekommen. Aber auch wenn es verlockend ist, das Problem auf diese Art diskret anzugehen: Lassen Sie die Finger von simplen Fettcremes und Hausmitteln! Hausmittel wie Sitzbäder und Umschläge sind meist wenig effektiv. Wenn gleichzeitig eine gezielte medizinische Behandlung ausbleibt, wird das Problem verschleppt und kann sich verschlimmern. Eine schnelle Heilung wird immer schwieriger. Noch deutlicher abzuraten ist von fettenden Babycremes, Hautcremes oder anderen Kosmetika, die für alles Mögliche sinnvoll sein mögen - aber nicht zur Behandlung von Hämorrhoidal-Beschwerden.
Mythos 9:
Die Untersuchung beim Proktologen ist immer schmerzhaft.
Zum Glück nicht! Wenn es sich um "normale" Hämorrhoidal-Beschwerden handelt, ist die nötige Afterspiegelung, wird sie fachmännisch durchgeführt, nicht schmerzhaft. Lediglich bei anderen Formen von Hämorrhoidal-Beschwerden, z.B. bei Analthrombosen oder -fissuren, kann die Untersuchung in einigen Fällen Schmerzen verursachen. Gehen Sie also frühzeitig zum Arzt, so lange das Leiden noch nicht fortgeschritten ist!



